Rasierseife - Anleitung, Informationen, Kaufempfehlung

Rasierseife - Eine sinnvolle Alternative zu Rasierschaum?

Ob Rasierseife eine sinnvolle Alternative zu Rausierschaum darstellt, diese Frage klären wir auf dieser Seite. Jede Rasur wird durch die entsprechende Vor- und Nachbereitung einfacher und Pickel lassen sich vermeiden.

Die wenig bekannte Rasierseife bietet hierzu einige Vorteile:


Rasierschaum aus der Dose oder Rasierseife?

Bei den Preshave Produkten hat man oftmals die Qual der Wahl. Grade bei der Nassrasur ist eine gute Vorbereitung mittels passendem Pflegeprodukt erforderlich.

Der schnelle Griff zum Schaum aus der Dose ist für viele die bequemste Lösung. Grade bei jüngeren Leuten die sich nicht täglich rasieren müssen und bei Männern, welche unter Zeitdruck stehen ist der Rasierschaum bzw. das Rasiergel aus der Dose die erste Wahl.

Diese Produkte sind aber auch immer mit etwas Vorsicht zu genießen. Nicht alle Körperregionen vertragen die im Dosenschaum enthaltenen Inhaltsstoffe und Treibmittel. Hier können allergische Reaktionen auftreten und für das gegenteilige Ergebnis als das gewünschte auftreten.

Die Folge sind oft Hautirritationen in Form von Hautreizungen und -entzündungen, Pickeln, Hautablösungen und eine optisch unreine Haut.

Auch im Punkto Umweltschutz steht Rasierschaum aus der Dose in keinem guten Licht, die Herstellung des Inhalts und der Verpackung verbrauchen Unmengen an Wasser und Energie, die Treibmittel sind eine starke Belastung für die Umwelt und auch die Entsorgung der leeren Dose stellt ist nicht wirklich fördernd für unser Ökosystem.

Das darin enthaltene Treibmittel stellt auch noch eine Gefahr für den Benutzer dar, schließlich können die Dosen bei starker Erwärmung explodieren. Wir finden, dass man auch bei der Bartpflege seinen Beitrag zum Erhalt der Umwelt tun kann. Eine Alternative ist es natürlich auch, seinen Dreitagebart elektrisch zu rasieren bzw. zu trimmen.

Rasierseife

Rasierseife - die klassische Art der Bartpflege

Anders verhält sich dies mit der Rasierseife (oder auch Rasieröl). Auch wenn es anfangs etwas umständlich erscheint den Schaum erstmal mit der Rasierseife, dem Rasierpinsel und der passenden Seifenschale anzurühren, so ist der hierfür erforderliche Mehraufwand an Zeit doch eher gering. Nach etwas Übung benötigt man hierfür etwas 30 – 60 Sekunden.

Der daraus resultierende Rasierschaum selbst ist stabiler und cremiger, was die Nutzung sehr viel angenehmer macht.

Der größte Vorteil der Rasierseife liegt aber bei seinen Inhaltsstoffen. Rasierseife kann auf viele im Dosenschaum verwendeten Stoffe verzichten, was in einer deutlich geringeren Belastung der Haut resultiert.

Die Inhaltsstoffe können beinahe maßgeschneidert genutzt werden speziell, wenn man seine Seife selber herstellt (dazu später mehr). Es gibt Rasierseifen für nahezu alle Hauttypen und auch für Allergiker werden spezielle Rasierseifen produziert.

Generell lässt sich sagen, dass die Rasierseife hautverträglicher und wirkungsvoller als Dosenschaum ist. Die reichhaltigen Inhaltsstoffe sorgen für eine bessere Aufweichung der Barthaare was die Rasur natürlich sehr viel angenehmer macht. Auch in Punkto Gleitfähigkeit und Pflege ist die klassische Rasierseife dem konventionellen Rasierschaum aus der Dose um einiges voraus.

Die Haut ist nach der Rasur sehr viel glatter und weicher und auch Trockenheit und Spannungsgefühle bleiben beim Rasieren mit Rasierseifen aus. Speziell bei den empfindlicheren Hautregionen macht sich der Unterschied bemerkbar.

Ein weiterer Vorteil besteht in seiner Ergiebigkeit. Ein Stück Rasierseife reicht für deutlich mehr Rasuren als eine Dose Schaum. Nicht zuletzt auch eine Frage des Geldes denn Rasierschaum /-gel ist meist um einiges eurer als Rasierseife.

Auch in Bezug auf den Umweltschutz ist Rasierseife zu empfehlen. Sie besteht nahezu ausschließlich aus natürlichen und leicht abbaubaren Bestandteilen, weder bei der Produktion, noch bei der späteren Nutzung eine Belastung für die Umwelt darstellen.

Keine Treibstoffe, einfache Verpackung und minimaler Müll (da die Seife ja komplett aufgebraucht wird) sind nur einige wenige Beispiele.

Die Zusammensetzung

Rasierseife besteht zu einem hohen Anteil aus verseiften Fetten, Ölen, Wasser und Kaolin damit der Schaum cremig wird und stabil bleibt. Dabei wird nicht nur mit Natronlauge (eine ungefährliche Lauge, welche auch zum einfärben von Laugengebäck Verwendung findet), sondern häufig mit einem Anteil Kalilauge verseift.

Hierdurch wird die Rasierseife geschmeidiger und lässt sich besser aufschäumen. Sie wird sowohl in Form von runden Seifenstücken als auch in Stangenform („Sticks“) angeboten.

Hierbei wird auf höherwertige Fette und Öle zurückgegriffen, zum Beispiel Kokosfett, Sheabutter, Oliven-, Avocado- und Rizinusöl. Aber auch andere Öle finden Verwendung, die Palette ist endlos.

Die Natronlauge dient hierbei als Mittel zur Verseifung der Öle und Fette wodurch ein stabiler und cremiger Schaum entsteht. Das Kaolin löst es die schützende Talgschicht vom Barthaar und ermöglicht so die Aufweichung des Barthaares und somit die leichtere Rasur.

Weitere Inhaltsstoffe sind ätherisches Öl oder Parfümöl. Aber auch Parfüme selbst können beinhaltet sein. Durch die Zugabe weiterer Bestandteile wie Pflege-, Mineralstoffe und Farbpigmente unterscheiden sich die einzelnen Hersteller.

Kaufen kann man Rasierseife in allen gängigen Drogerien, in Kaufhäusern mit Kosmetik- und Pflegemittel Abteilungen, in Fachgeschäften und natürlich Online.

Als Beispiele hier zwei sehr gängige und via Amazon erhältliche Rasierseifen:

Rasierseife selber machen

Wer Wert darauf legt das perfekte Produkt zu haben, der fertigt dies selber an. Die Herstellung von Rasierseife ist vom Grundprinzip her recht einfach, man findet diverse Rezepte im Netz die man auf die eine oder andere Weise den persönlichen Vorlieben und Anforderungen anpassen kann. Hierbei ist der Experimentierfreudigkeit fast keine Grenze gesetzt, man probiert einfach bis das passende Endprodukt gefunden ist.

Ein einfaches Grundrezept ist beispielsweise:

460g Kokosfett
150g Sheabutter
390 ml. Öl (wie Oliven-, Avocado-, Mandel- oder Rizinusöl)
320 ml. Wasser
150 g Natronlauge (Natriumhydroxid, auch NaOH)
15 g Kaolin
25 g ätherisches Öl oder Parfümöl

Zunächst werden Sheabutter und Kokosfett in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze geschmolzen.

Wenn die Mischung flüssig ist, gieße sie in eine Schüssel und gib das gewählte Öl oder die Öle und ätherische Öle hinzu und rühre alles ausgiebig durch.

Das Ganze nun im Kühlschrank abkühlen lassen bis es erhärtet.

Das ganze nun mit einem Rührgerät cremig rühren und dann unter weiterem Rühren nach und nach die restlichen Zutaten untermischen.

Hierbei kann durch das Beifügen von Parfüm auch die Duftrichtung festgelegt werden,

Tipp: Mit einer kleinen Menge Tonerde lässt sich die Gleitfähigkeit steigern und man kann der Rasierseife eine spezielle Farbe geben.

Die fertige Rasierseife sollte immer kühl gelagert werden, da sie wegen der Inhaltsstoffe bei Wärme schmelzen kann. Es empfiehlt sich die frisch gefertigte Seife einige Tage stehen zu lassen damit sie „reift“, sprich damit die sich die Inhaltsstoffe optimal verbinden.

Die Anwendung der Rasierseife

Für eine perfekte Rasur sind mehrere Schritte erforderlich. Als erstes gilt es die zu rasierende Hautpartie vorzubereiten. Um eine sehr gründliche Rasur zu ermöglichen sollte die zu rasierende Stelle gründlich gereinigt und frei von Cremes, Vaseline, Seifen- oder Schminkresten sein.

Mittels Wärme wird nun für eine Entspannung der Muskulatur des Haarkanals gesorgt damit das Haar weiter aus dem Haarkanal heraustritt. Dies wird durch Duschen oder auch das Aufdrücken eines feuchten und heißen Tuchs erreicht. Eine Rötung der Haut ist dabei normal und erwünscht, die Wärme sollte aber als angenehm und nicht schmerzhaft empfunden werden. Es wird geraten die Temperatur zunächst auf der Innenseite des Unterarms zu prüfen um Verbrühungen zu vermeiden.

Rasierseife Anwendung

Rasierseife in der Anwendung

Als nächstes benötigen wir den Rasierschaum. Hierzu benötigen wir die gekaufte oder die selbst gefertigte Rasierseife, einen Rasierpinsel (hier ist ein Rasierpinsel aus Dachshaar zu empfehlen) und eine kleine Porzellanschüssel. Hat man die Rasierseife selbst hergestellt ist es sehr vorteilhaft, wenn diese schon in einer Porzellanschüssel gelagert wird.

Nun wird eine kleine Menge warmes Wasser zur Seife in der Schüssel gegeben (meist reicht es den Rasierpinsel in warmes Wasser zu tauchen), danach beginnt man die Seife und das Wasser mit dem Rasierpinsel zu verrühren.

Die Konsistenz der Rasierseife im Verbindung mit dem warmen Wasser lässt schnell eine cremige Paste entstehen, die wir nun durch schnelles rühren in den gewünschten Rasierschaum verwandeln. Das Ganze dauert bei einem geübten Nassrasierer ca. 30 – 60 Sekunden.

Den fertigen Rasierschaum trägt man nun mittels Rasierpinsel auf die zu rasierenden und durch Wärme vorbereiteten Stellen auf. Den Schaum dann etwa 3 Min. einwirken lassen, in dieser Zeit wird das Barthaar aufgeweicht. Die Rasur selbst und welche Klingen man dafür optimaler Weise verwendet, erläutern wir in einem gesonderten Blog zu diesem Thema.

Nach der Rasur bitte den Rasierpinsel gründlich auswaschen und zum Trocknen aufrecht, mit den Borsten nach oben stehen lassen. Die Seifenschale selbst braucht man nicht zu gründlich reinigen, die Reste des Rasierschaumes fallen nach einiger Zeit in sich zusammen und können bei der nächsten Rasur wieder mit aufgeschlagen werden. Nur im Fall einer längeren Rasierpause sollte man diese entfernen. Und wie schon erwähnt, die Rasierseife danach wieder kühl lagern (ca. 20 Grad Celsius).

Sollte das schaumig schlagen der Seife anfangs Schwierigkeiten bereiten kann man zunächst mit einer diesbezüglich etwas leichter zu handhabenden Rasiercreme üben. Diese ist von der Verwendung sehr ähnlich und kommt auch bei der Rasur fast (aber eben nur fast) an die Rasierseife heran.

Der Ursprung der Rasierseife

Schon im alten Ägypten (ca. 3000 vor Christus) entfernte man sich mittels Rasur unerwünschte Körperbehaarung. Da der Mensch noch weit entfernt war von der Entdeckung des Rasierschaums, wurde damals schlicht mit parfümierten Tierfett gearbeitet. Man musste halt nutzen, was da war.

Aus dem 17. Jahrhundert sind dann die ersten Rasierseifen dokumentiert, welche jedoch noch nicht in geschäumter Form genutzt wurden. Sie waren vor allem dem englischen und französischen Adel vorbehalten, es war seinerzeit schicklich sich als Lady den Kopf und die Augenbrauen zu rasieren um dann mit den modischen Perücken aufzutreten.

Eine tatsächlich rein für die Rasur entwickelte Rasierseife, die hierzu auch aufgeschäumt wurde, kam im 18. Jahrhundert auf den Markt. Sie wurden abseits der herkömmlichen Seifen entwickelt um einen stabileren und länger haltenden Schaum für die Rasur nutzen zu können. Auch diese wurde nur in kleinen Mengen von Apothekern hergestellt und war den Adligen vorbehalten.

Erst Anfang 1900 wurde dann von George Washington Carver eine cremige Rasierseife für die Massenproduktion entwickelt. Abgefüllt in kleine Blechdosen war sie nun für jeden zum erschwinglichen Preis erhältlich.

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