Gølds Bartöl massiv
- massiv Gold?

Ist Goelds der aufgehende Star am Bartträgerhimmel? Der Retter der Männlichkeit?

Das Internet ist jedenfalls voll von der Firma mit den sechs Produkten.

Lesen Sie, wieso wir uns für diesen Artikel, über Gølds Bartöl, mit Metrosexuellen und dem Fernsehsender VOX auseinandersetzen mussten.

Was bietet Goelds?

Ein Bartöl, ein Bartbalsam, zwei Kämme, zwei Bürsten. Ach so, sie verkaufen auch noch Caps. Zwei Caps.

Die Firma scheint in aller Munde. Sogar im Fernsehen traten sie auf, in der Unterhaltungsshow „Die Höhle der Löwen”. Die Show des Fernsehsenders VOX funktioniert nach dem Konzept „Biete Geschäftsanteile, suche Finanzspritze”. Da treffen Start-ups auf Investoren und versuchen diese von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Nur … die Jungs von Goelds konnten keinen einzigen der monetären „Löwen” für sich gewinnen.


Abgeblitzt. Knallhart.

Nun, ein Start-up will üblicherweise einen noch nicht existenten Markt eröffnen. Oder es drängt auf einen sehr jungen Markt. Es liefert eine innovative Geschäftsidee. Es will stark wachsen. Die meisten Start-ups bieten Dienstleistungen oder Produkte an, die es so noch nicht gab.

Seitdem Bärte wieder angesagt sind, also seit mehreren Jahren, gibt es auch Bartöl. Genau genommen kannte man das Bartöl schon zu Urgroßvaters Zeiten. Nun denkt die Bartwelle zwar nicht im Mindesten daran abzuflauen - „neu” ist sie aber beileibe nicht mehr. Geht es hier nicht eher darum, auf die bestehende Welle aufzuspringen - solange sie denn noch rollt? Nach kurzer Recherche beim Fachhändler für Bartpflegeprodukte finden sich dort zweiundsiebzig Produkte zum Thema Bartöl. Zweiundsiebzig Öle. Kann ein weiteres Bartöl da noch innovativ sein, auch wenn es so einen komischen skandinavischen Buchstaben im Namen trägt?

Wohl nicht, entschieden die Geld-Löwen aus der VOX-Show und ließen das Start-up mit dem merkwürdigen Buchstaben im Namen abblitzen.

Gølds Bartöl

Gølds Bartöl

Ach ja, das Ø. Hat eine Weile gedauert, bis wir das „Ø” auf der Tastatur gefunden haben. Gøld’s Bartöl. Wieso nicht gleich chinesische Zeichen verwenden? Chinesen haben auch Bärte. Und eines Tages überrollen die uns sowieso. Schon jetzt drängen chinesische Rasierpinsel auf den Markt. Es merkt nur keiner, weil die Pinsel alle europäisch klingende Namen haben. Wussten Sie, dass die Dachse, von deren Haaren die tollen deutschen Silberspitz-Rasierpinsel gemacht werden, meistens auf Farmen in China gezüchtet werden? Auf Dachs-Arbeitslagern, wenn man so will. Aber kehren wir zum Thema zurück.

Ja, nun zur Hauptfrage. Wieso ist trotz des mangelnden Innovationspotenzials das Internet voll von Artikeln wie „Golds Bartpflege“ oder „Goelds Bartöl Test“? Es gibt doch schon Proraso Bartöl Tests, Mr. Burton’s Bartöl Tests, Dr K Soap Company Bartöl Tests … Sage und schreibe dreiundfünfzig bärtige Marken tummeln sich beim besagten Händler für Bartpflegeprodukte. Und alle diese dreiundfünfzig Marken werden ausgiebig getestet.

Irgendetwas muss dieses Gølds-Öl doch haben.

Oder ist es alles Marketing?

Reden wir nicht lange herum und kommen gleich zum Punkt.

Ja. Zum großen Teil ist es Marketing.

Das Öl ist gut, das Öl ist hochwertig. Die Jungs haben ganze Arbeit geleistet. Aber das Marketing ist noch besser.

Sagen wir mal, das Produkt besteht aus 25 % Öl und aus 75 % Image.

„Ehrliche Bartpflege” lesen wir und „Gøld’s steht für Bruderschaft”. Das steigert sich dann zu Sätzen wie „Goelds steht für Familie” und „fördert echte Männerfreundschaften”.

Hehre Worte für so ein kleines Fläschchen Öl. Nach unserer Erfahrung entstehen Männerfreundschaften beim Bund. Beim Einsatz auf einer Korvette im Mittelmeer. Oder irgendwo draußen am Berg oder beim Angeln, beim gemeinsamen Schrauben an der Karre, im Sportverein. Aber doch bitte nicht dadurch, dass man sich morgens dieselbe Schmiere in den Pelz haut.

Für paar Tropfen Öl die Familie und die Bruderschaft bemühen? Wir wollen jetzt keine Vorlesung in Betriebswirtschaft abhalten, aber die Übersättigung des Marktes führt doch zu kuriosen Auswüchsen.

Doch es ist ein hartes Brot, gegen dreiundfünfzig andere Marken anzutreten. Und da wir nicht mehr in den Zeiten leben, wo man seinem Konkurrenten kurzerhand die Keule über den Kopf zieht, bleibt als Waffe nur eine sympathische Vermarktung. Sonst war das ganze Rühren und Mixen und Tüfteln um eine tolle Rezeptur für die Katz.

Um fair zu bleiben. Wenn man einen Blick auf die Konkurrenzprodukte wirft, sieht es dort nicht anders aus. Dort wird genau so heftig vermarktet, sein Produkt hochgelobt, als einzigartig beschrieben.

Wieso die ganze Vermarktung? Könnte man sich nicht einfach Kokosöl ans Kinn reiben? Hilft auch und kostet einen Bruchteil.

Ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Es kommt nämlich das Wörtchen „Lifestyle” ins Spiel.

Und auf einmal wird alles anders.

Und so kommen wir von VOX und Start-ups über Marketing zu den Metrosexuellen. So schnell geht das.

Wenn wir den drei Jungs von Golds Bartpflege glauben wollen - und warum sollten wir das nicht? - ist genau das der Grund für die Entstehung von Goelds im Allgemeinen und Golds Bartöl im Besonderen.

Die drei jungen Männer stellten nämlich eines Tages fest, dass es auf dem Markt an „männlicher Kosmetik” fehlt. So gründeten sie kurzerhand „Goelds” und machten sich auf, das Problem zu beheben.

Sie vertreten die Meinung, dass sich die Kosmetikindustrie auf metrosexuelle Kunden eingeschossen hat. Also gestylte Produkte für gestylte Typen mit gezupften Augenbrauen. Produkte in solchen bunten Verpackungen. Für das maximale Einkaufs-“Erlebnis” und für ein bestimmtes Lebensgefühl. À la David Beckham oder Robbie Williams. Die haben den ganzen metrosexuellen Hype ja erst ins Rollen gebracht.

Nur waren die Gølds-Jungs davon nicht so angetan. Sie stehen nicht so auf Männer-Spa. Die drei tragen selber Bart. Und zwar nicht, als vorübergehendes Modeaccessoire um dem Trend zu folgen - sondern als dauerhaftes Statement der eigenen Persönlichkeit.

Kerniger Ansatz.

Ihre Mission ist es, dazu die passenden Produkte zu liefern. Also quasi auch sich selbst als Zielgruppe zu sehen. So wollen sie Produkte schaffen, die einfach nur tun, was sie sollen. Geradlinig, ohne Reizüberflutung. Ohne bemühten Holzfäller-Look. Ein wenig so, wie man sich den Gang zum Baumarkt vorstellt.

Da hat auch keiner gezupfte Augenbrauen.

Für den Ansatz verlangen sie aber einen überdurchschnittlichen Preis und müssen sich den harten Vergleich mit der Konkurrenz gefallen lassen.

Und die Konkurrenz schläft nicht.

Einer, der da die Nase vorne hat, ist Camden Barbershop Company. Die Jungs aus Köln haben ein Produkt aus erstklassigen, natürlichen Zutaten zusammengerührt und verkaufen das zu einem auffällig günstigeren Preis.

Ebenfalls stark im Rennen ist das Team von Spartan Beard. Die Engländer liefern in einem simplen braunen Fläschchen mit Pipette. Schnörkellos und für „kernige” Krieger. Ebenfalls TOP Qualität und ebenfalls deutlich preisgünstiger als Goelds.

Nun aber zur Golds Bartpflege

Bei dem Golds Bartöl handelt es sich um ein dünnflüssiges, hellgelbes Öl. Es wird in einem schnörkellosen, braunen Fläschchen mit Pipette ausgeliefert. Das Öl zieht schnell ein und hinterlässt auch keinen schmierigen Film im Pelz. Der Duft ist würzig, leicht süßlich. Die Jungs von Goelds beschreiben ihn als blumig, mit Noten von Heu und Gewürzen. Andere finden, das Öl rieche wie Armani Code. Nun, die Duftnote ist Geschmacksache. Jedenfalls ist das Öl sehr ergiebig. Ursprünglich für den Träger eines langen, massiven Vollbartes gedacht (deswegen auch der Name „Goelds Bartöl massiv”), genügen für die Anwendung fünf Tropfen.

Die Zutaten kommen allesamt aus der Natur und sind von hoher Qualität. Neben dem Hauptbestandteil Arganöl folgen in mengenmäßig absteigender Reihenfolge Jojoba-, Mandel- und Hanfsamenöl.

Noch eine Empfehlung vom Goelds-Team: Für optimale Ergebnisse das Öl nach dem Duschen in den noch halb feuchten Bart einwirken lassen.

Ach so, wo man das Öl bekommt? Hier:

Fazit

Das Öl überzeugt mit natürlichen Zutaten, guter Pflegewirkung und Duftnote. Dazu bringt es jede Menge Image mit auf die Waage. Und das geht richtig ins Geld.

Gute Öle gibt es preiswerter.

Extrem formuliert könnte man sich auch einfaches Kokosöl aufs Geflecht hauen. Kostet viel weniger, aber das Haar wird dadurch genauso geschmeidig. Doch man(n) legt auch auf das „Drumherum” Wert. Deswegen hat Gøelds seine Fangemeinde, die „Familie”, die genau auf diese Vermarktung und dieses Image Wert legen.

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