Hygrometer Kalibrieren

Sie möchten Ihr Hygrometer kalibrieren, wissen aber nicht genau, wie sie dazu vorgehen müssen? Eichen und justieren – diese Wörter sind Ihnen fremd?

Kein Problem!

Wir erklären Ihnen alles, was Sie zum Thema Kalibrieren wissen müssen und zeigen anhand von drei verschiedenen Methoden Schritt für Schritt, wie sie Ihr Hygrometer justieren.


Warum ist es so wichtig Hygrometer zu kalibrieren?


Damit ein Hygrometer die korrekte Luftfeuchtigkeit anzeigt, muss es ab und zu kalibriert werden. Dazu sollte man das Hygrometer mindestens zweimal im Jahr eichen – besser wäre aber alle vier Monate. Außerdem sollte man es nach jedem Transport kalibrieren. Nur auf diese Weise kann man sichergehen, dass die richtigen Werte vorliegen.

Dabei sollten Sie beachten, dass Sie digitale Hygrometer nicht justieren müssen, da sie normalerweise eine sehr hohe Genauigkeit haben. Nur bei mechanischen Hygrometern ist das Kalibrieren notwendig.

Denn mit der Zeit werden die Messwerte des mechanischen Hygrometers immer unpräziser, weil das Haar im Hygrometer auf Trockenheit empfindlich reagiert und nach und nach etwas austrocknet. Um dies zu verhindern, muss man das Hygrometer eichen. Daher sollte man auch schon beim Kauf darauf achten, dass das Hygrometer nachjustierbar ist. Denn ansonsten nützt es einem langfristig nicht viel.

Haben Sie schon Mal ein Hygrometer geeicht? Nein?

Wie das Justieren genau funktioniert, erklären wir Ihnen Schritt für Schritt anhand von drei verschiedenen Methoden.

Vier Wege, wie Sie Ihr Hygrometer richtig einstellen


Alle drei Wege haben ein Grundprinzip gemeinsam. Das Hygrometer muss für einige Stunden einer bestimmten Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sein. Hinterher kann man dann feststellen, ob das Gerät einen präzisen Wert angibt oder ob man es nachjustieren muss.

Die Stellschrauben zum Kalibrieren befinden sich normalerweise an der Rückseite des Hygrometers. Diese kommen immer dann zum Einsatz, wenn der Wert nicht stimmt. Der Wert, den das Gerät anzeigen sollte, hängt dabei immer von der angewandten Methode ab. Dazu erfahren Sie nun mehr.

1.) Die Salz-Methode Nr. 1

Dies ist die wohl aufwendigste Methode von allen. Allerdings ist sie auch recht simpel und kann Ihnen dabei helfen, Ihr Hygrometer schnell zu kalibrieren. Besonders dann, wenn Sie Probleme damit haben eine gleichbleibende Temperatur zu halten, ist diese Methode perfekt für Ihr Hygrometer geeignet.

Legen Sie das Hygrometer zuerst in einen Gefrierbeutel. Füllen Sie dann einen Esslöffel Salz bzw. Kochsalz in ein kleines Glas und befeuchten Sie das Salz mit ein wenig Wasser. Es sollte am Ende eine breiartige Konsistenz entstehen und das Salz sollte sich im Wasser nicht auflösen.

Stellen Sie dann das Glas mit in den Gefrierbeutel und verschließen Sie ihn. Jetzt müssen Sie ein wenig Geduld haben. Denn das Ganze sollte mindestens zwei Stunden so stehen bleiben. Nach diesen zwei Stunden sollte auf dem Hygrometer eine relative Luftfeuchtigkeit von 75 % abzulesen sein. Wenn dies nicht zutreffen sollte, dann müssen Sie anhand der Einstellschrauben das Gerät ein wenig nachjustieren, sodass die Anzeige auf 75 % steht. Somit ist das Gerät vollständig kalibriert.

2.) Die Salz-Methode Nr. 2

Als Alternative zur oben genannten Methode, können auch Salz und ein Kochtopf Abhilfe schaffen. Nehmen Sie dazu einen 5-Liter-Kochtopf und füllen Sie so viel Wasser hinein, dass der Wasserspiegel ca. 5 mm beträgt. Geben Sie anschließend so viel Kochsalz in das Wasser, bis das Wasser es nicht mehr weiter auflöst. Normalerweise geht man hier bei 100 ml Wasser von 40 g Salz aus.

Das Hygrometer darf keinen Kontakt zum Wasser haben. Aus diesem Grund sollten Sie eine kleine Erhöhung (zum Beispiel mit einer umgedrehten Tasse) im Kochtopf bilden. Darauf können Sie Ihr Hygrometer dann ablegen und den Kochtopf danach luftdicht verschließen (zum Beispiel mit Hilfe von Klarsichtfolie).

Für eine optimale Kalibrierung sollte die Umgebungstemperatur ca. 21 Grad betragen. Außerdem sollte keine Zugluft oder sonstige Temperaturschwankungen vorhanden sein, da dies das Ergebnis verfälschen könnte. Im Gegensatz zur ersten Methode, muss man hier mindestens 4 Stunden warten.

Dann sollte das Gerät wieder eine relative Luftfeuchtigkeit von 75 % anzeigen. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, justieren Sie das Hygrometer anhand der Stellschrauben auf der Rückseite auf 75 % per Hand nach.

3.) Die Methode mit dem feuchten Tuch

Für die dritte Methode brauchen Sie lediglich ein feuchtes Tuch bzw. einen feuchten Lappen, was den Vorgang besonders einfach macht. Darum ist diese Methode auch die beliebteste von allen vier und wird am häufigsten angewendet.

Sie eignet sich allerdings nur zum Kalibrieren eines Hygrometers, wenn die Umgebung zugfrei ist und die Temperatur über mehrere Stunden sicher konstant ist. Sie sollten also darauf achten, dass im Zimmer keine Fenster offenstehen und sollten die Raumtemperatur gleichzeitig mit einem Thermometer überprüfen. Denn schon eine kleine Temperaturschwankung von 1 Grad Celsius kann die relative Luftfeuchtigkeit um bis zu 4 % verändern.

Wenn Sie all diese Voraussetzungen erfüllen können, dann können Sie nun mit der Kalibrierung starten. Wickeln Sie dazu das Hygrometer in ein feuchtes Handtuch oder in einen feuchten Lappen und legen Sie es auf einer geraden Ebene ab.

Warten Sie nun ca. 2 Stunden und überprüfen Sie die Raumtemperatur zwischendurch. Nach den 2 Stunden sollte das Hygrometer eine relative Luftfeuchtigkeit von 98 % angeben. Ist dies der Fall, ist der Kalibrierungsvorgang somit abgeschlossen. Wenn das Gerät allerdings nicht 98 % anzeigt, kommen wieder die Stellschrauben zum Einsatz.

Das Fazit


Sie sehen, dass das Kalibrieren eines Hygrometers gar nicht so schwer ist. Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, alle drei funktionieren bestens, wenn man die angegebenen Voraussetzungen erfüllt.

Denken Sie unbedingt daran, Ihr Hygrometer regelmäßig (am besten alle 4 Monate) zu kalibrieren, damit Sie sicher sein können, dass die angegeben Werte stimmen.

Noch auf der Suche nach dem richtigen Hygrometer? Dann folgen Sie unserem Hygrometer Test!

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Matthias

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