3D Drucker selber bauen

Sie spielen mit dem Gedanken, einen 3D Drucker selber zu bauen? Diese Überlegung macht durchaus Sinn, gibt sie Ihnen doch Freiheit bei der Auswahl der Bauteile und die Chance, eine Menge Geld zu sparen. Allerdings gibt es 3D Drucker für den Selbstbau von einer schier unendlichen Auswahl an Herstellern.

Aus diesem Grund liefern wir Ihnen in den folgenden Abschnitten nicht nur allgemeine Informationen zu dem Thema, sondern stellen Ihnen zudem zwei empfehlenswerte Bausätze vor. So können Sie einen eigenständigen 3D Drucker Bausatz Vergleich machen und das beste Modell für Ihre individuellen Ansprüche auswählen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und ein munteres dreidimensionales Drucken!

3D Drucker selber bauen als Lebensaufgabe?

Wer sich mit dem Thema 3D Drucker Marke Eigenbau auseinandersetzt, stellt sich womöglich zu aller erst die Frage, wie viel Zeit die Montage eigentlich benötigen wird. Hierauf gibt es keine pauschale Antwort, da die unterschiedlichen Bausätze nicht nur verschieden viele Teile haben, sondern sich auch in der Qualität ihrer Anleitung unterscheiden. In der Regel werden Sie für den Aufbau inklusive erstmaliger Inbetriebnahme aber zwischen vier und acht Stunden benötigen.

Tipp: Die meisten Anleitungen zum 3D Drucker selber bauen stehen online zur Verfügung. So können Sie sich bereits vor dem Kauf einen Überblick über den Aufbau verschaffen und sich auf dieser Grundlage für ein Modell entscheiden. 

Selbstgebauter 3d drucker

Wann ist ein 3D Drucker selbstgebaut?

Immer mehr Menschen wollen selbst einen 3D Drucker bauen. Die Community streitet sich allerdings darüber, was man tatsächlich als Eigenbau bezeichnen kann: Technisch Versierte vertreten die Ansicht, dass ein Drucker nur selbstgebaut ist, wenn er mit Hilfe einer Entwicklungsumgebung eingerichtet wurde; weniger technisch Versierte sind der Meinung, dass auch das Kaufen eines 3D Drucker Bausatzes mit vorgefertigten Teilen und CAD-Dateien der Marke Eigenbau angehört.

Wir sind der Ansicht, dass beide Meinungen ihre Berechtigung haben. Unabhängig davon, welchem der beiden “Lager“ Sie angehören, müssen Sie sich für eine der folgenden Mechanik-Varianten eines 3D Druckers entscheiden.

Ein gut gemeinter Rat: Haben Sie keine Erfahrung auf dem Gebiet 3D Drucker DIY (DIY = Abkürzung für Do it yourself), empfehlen wir Ihnen, sich im Voraus mit den Projekten von anderen Technikfans zu beschäftigen. Lesen Sie Erfahrungsberichte, schauen Sie sich YouTube-Videos an etc. So können Sie viel lernen und einige häufig gemachte Fehler beim Eigenbau von vornherein ausschließen.

Sie möchten nur das Beste ?

Entdecken sie unsere Kaufempfehlung

Das kartesische System als einfache Variante

Beschreibung

Das kartesische System besteht aus drei Achsen, die für gewöhnlich mit den Buchstaben X, Y und Z bezeichnet werden. Beim 3D Drucker selber bauen bedeutet das nichts anderes, als dass es für jede der genannten Koordinatenachsen eine bewegliche Achse gibt. Demzufolge verfügt ein entsprechender Drucker über einen Schrittmotor pro Achse. Dieses System gilt allgemein als sehr einfach zu realisieren.

Vorteile
  • Einfache Realisierung
  • Einfache Diagnose bei Fehlern an einer der Achsen (da für jede Achse ein Schrittmotor)
  • Sehr präzises Drucken
Nachteile
  • Anfälligkeit für Vibrationen
  • Es lassen sich keine hohen Druckgeschwindigkeiten realisieren
  • Erfordert ein möglichst leichtes Druckbett, da das gesamte Bett bewegt wird

3D Drucker nach dem CoreXY Prinzip

Beschreibung

Anders als das kartesische Design basiert das CoreXY Prinzip, wie der Name bereits vermuten lässt, auf einer Änderung der X- und Y-Achse. Diese werden von zwei gekoppelten Schrittmotoren gesteuert. Diese Kopplung lässt sich durch eine spezielle Anordnung der Riemen erreichen. Diese Bauweise hat sich bei den 3D Druckern weitestgehend durchgesetzt.

Vorteile
  • Hohe Präzision
  • Hohe Druckgeschwindigkeiten
  • Im Vergleich zum H-Bot Prinzip: Verhinderung von Momenten am Rahmen
Nachteile
  • Allgemein aufwändiger als ein kartesisches Design
  • Erfordert viele Umlenkrollen
  • Lange Riemen notwendig

Das H-Bot Prinzip – nur für Experten geeignet

Beschreibung

Wie das CoreXY Prinzip nutzt auch das H-Bot Prinzip zwei gekoppelte Schrittmotoren, um Bewegungen auf der X-Y-Ebene zu ermöglichen. Und zwar durch das Drehen der Motoren in die gleiche Richtung (= Bewegung in X-Richtung) bzw. durch das Bewegen in die entgegengesetzte Richtung (= Bewegung in Y-Richtung).


Wie bereits angedeutet, geht mit dieser 3D Drucker Variante allerdings ein bedeutender Nachteil einher: Sind die Achsen und Riemen nicht optimal zueinander ausgerichtet, was schier unmöglich ist, entstehen zusätzliche Momente. Diese können nicht nur die Druckqualität schmälern, sondern den Drucker zudem verkanten. Dieser negative Effekt lässt sich zwar auf ein Minimum reduzieren. Das erfordert allerdings einen überaus hohen Ausrichtungs-Aufwand.

Vorteile
  • Nur ein Riemen notwendig
  • Theoretisch lässt sich eine hohe Präzision realisieren
Nachteile
  • Der Riemen ist sehr lang
  • Erfordert eine perfekte Ausrichtung (nahezu unmöglich), um beste Ergebnisse zu erzielen -> zusätzliche Momente entstehen
  • Momente können die Druckqualität mindern

Merke: Aufgrund der Momente-Problematik ist vor allem Anfängern in Sachen 3D Drucker selber bauen von dieser Design-Variante abzuraten.

Das Delta Prinzip für Tüftler

Beschreibung

Das Delta Prinzip wird als Variante für eine möglichst schöne optische Realisierung eines 3D Druckers gesehen: Das Druckbett ist rund (nicht quadratisch) und je nach gewünschter Bauhöhe kann der sogenannte Delta Drucker recht hoch werden.


Für die Bewegungen auf der X-, Y- und Z-Achse sind drei Arme zuständig, die durch drei gekoppelte Schrittmotoren angetrieben werden. Das Bauen und der Betrieb eines solchen Druckers werden allgemein als sehr aufwändig erachtet, da die verschiedenen konstruktiven Elemente für jeden Druck neu berechnet werden müssen.

Vorteile
  • Optisch sehr ansprechend
Nachteile
  • Vergleichsweise geringe Druckgeschwindigkeiten
  • Erfordert konstruktive Berechnungen
  • Aufwändige Einstellungen vor jedem Design

Merke: Vor allem wenn Sie das erste Mal einen 3D Drucker selber bauen, raten wir Ihnen von dieser Variante ab, da konstruktive Berechnungen notwendig sind und Sie vor jedem Druck aufwändige Einstellungen vornehmen müssen.

Einen 3D Drucker selber bauen – wichtige Vorüberlegungen

Haben Sie sich für eines der vorgestellten Mechanik-Konzepte entschieden, müssen Sie sich mit den folgenden tiefergehenden Fragen beschäftigen, ehe Sie Ihren 3D Drucker selber bauen können.

  • Welches Budget steht Ihnen zur Verfügung?
  • Wie groß soll das Druckbett sein bzw. welche Größe sollen die gedruckten Gegenstände erreichen?
  • Bevorzugen Sie für die Lagerung Schienen oder Wellen?
  • Wünschen Sie sich einen 3D Drucker mit (LCD-) Display?
  • Sollen die Netzteile sowie die Elektronik am Gerät selbst oder extern verstaut werden?
  • Benötigen Sie einen beheizten Druckraum oder genügt ein “einfacher“ Druckraum?
  • Selbige Frage stellt sich bei der Druckplatte.
  • Wie groß soll die elektrische Spannung (in Volt) sein?

Neben diesen gibt es diverse weitere Aspekte, mit denen Sie sich auseinandersetzen müssen, um einen 3D Drucker selber bauen zu können. Die Beantwortung dieser Fragen ist sehr individuell, weshalb wir Ihnen an dieser Stelle leider nicht pauschal weiterhelfen können. Machen Sie sich aber unbedingt ausreichend Gedanken zu den Punkten, um das Design Ihres Druckgeräts nicht im Nachhinein wieder umwerfen zu müssen!

Tipp: Welche Features der 3D Drucker haben soll und kann, ist stark von Ihrem Budget abhängig.

Empfehlenswerte 3D Drucker Bausätze

Genau wie die Anforderungen an einen 3D Drucker ist dessen Aufbau sehr individuell und von Modell zu Modell unterschiedlich. Deshalb liefern wir Ihnen im Folgenden keine Anleitung, wie Sie das 3D Drucker Gehäuse bauen etc., sondern stellen Ihnen zwei empfehlenswerte Bausätze vor.

Anet A8 DIY 3D Printer – leichter Aufbau und hochpräzise Druckergebnisse

Der Bausatz Anet A8 ist die ideale Wahl, wenn Sie neu auf dem Gebiet sind. Die beiliegende Anleitung ermöglicht einen schnellen Aufbau des Druckers “vom Typ“ PLA und als Anschlüsse sind SD-Karte sowie USB mit von der Partie.

  • Der hochpräzise 3D Drucker kommt mit LCD-Bildschirm und fünf Tasten für eine einfache Bedienung daher. Der hochwertige Edelstahl gewährleistet eine lange Lebensdauer und der Advanced High-Speed-Motor bietet eine gute Arbeitseffizienz.

Anycubic I3 Mega 3D Drucker Kit – hochwertiges Gerät für Fortgeschrittene

Der erweiterte Bausatz aus dem Hause Anycubic empfiehlt sich für Fortgeschrittene und all diejenigen, die darüber nachdenken, einen 3D Drucker ohne Bausatz zu bauen, sich das jedoch noch nicht ganz zutrauen. Auch dieses Modell kommt mit SD-Karten- und USB-Anschluss daher.

  • Zu den Vorzügen des I3 Mega zählen u.a. ein benutzerfreundlicher 3,5-Zoll-TFT-Touchscreen, ein integriertes beheiztes Bett mit spezieller Glasschicht sowie eine automatische Druckpause, wenn das Filament abläuft.



FAQ – Frequently Asked Questions

In diesem Abschnitt möchten wir Ihnen die Antwort auf einige häufig gestellte Fragen zum Thema 3D Drucker selber bauen liefern. Mit unseren Hinweisen werden Sie zum Fachmann auf dem Gebiet!

Was ist ein 3D Drucker?

Unter einem 3D Drucker versteht man ein Präzisionsgerät, das dreidimensionale Werkstücke herstellen (Fachterminus = aufbauen) kann. Der Aufbau der Objekte erfolgt computergesteuert, d.h. Form und Maße werden über sogenannte CAD-Dateien vorgegeben. Diese Dateien bilden das zu druckende Objekt digital ab und werden mit Hilfe einer 3D-Software erstellt bzw. bearbeitet. Nachdem die Objekte mit der Software fertiggestellt wurden, sendet der Computer einen Druckauftrag an den Drucker, sodass dieser das Objekt erstellt.

Wo finde ich eine 3D Drucker Bauanleitung?

Die Bauanleitung für Ihren 3D Drucker liegt dem Lieferumfang bei. Außerdem stellen viele Hersteller ihre Anleitungen online zur Verfügung. So können Sie bereits vor der Kaufentscheidung den Montageaufwand abschätzen. Einige Vorlagen finden Sie auf all3dp.com.

Woher bekomme ich Vorlagen (CAD-Dateien) für den 3D Drucker?

Hierfür gibt es vier Möglichkeiten:

  • Sie erstellen die digitalen Modelle selbst (mittels 3D-Software).
  • Sie durchstöbern das Internet nach vorgefertigten Modellen. Es gibt immer mehr Communities, in denen Sie Vorlagen finden.
  • Auch einige Hersteller von 3D Druckern bieten CAD-Dateien an.
  • Sie können die Hilfe eines Dienstleisters (Grafikdesigner u.Ä.) in Anspruch nehmen und diesen mit der Erstellung der Dateien beauftragen.

Kann ein 3D Drucker mit Faserverbundwerkstoffen drucken?

Diese Möglichkeit besteht durchaus, ist aber (noch) nicht der Standard. Ein Gerät, das mit Kohlefasermaterialien, Glasfasermaterialien, Nylon und Kevlar arbeiten kann, ist der Mark One von Markforged Inc.

Gibt es einen 3D Drucker Bausatz Test?

Im Internet gibt es zahlreiche Berichte und Vergleiche zu diesem Thema. Wenn Sie sich ausführlich informieren wollen, sollten Sie allerdings auf die Verlässlichkeit der Quelle achten – längst nicht jeder Test wird von Experten durchgeführt!


Einen 3D Drucker selber bauen – abschließende Bemerkungen

Wir hoffen, Sie hatten Spaß am Lesen dieses Artikels und wir konnten Ihnen nicht nur in den Bereichen Elektrorasierer und Bartöl weiterhelfen! Nutzen Sie unsere Informationen als Grundlage, um einen 3D Drucker selber bauen zu können. Haben Sie Ihren ersten Bausatz erst einmal realisiert, werden Sie womöglich schon bald Ihren ganz eigenen Drucker bauen. Wir wünschen ein frohes Tüfteln und viel Spaß mit Ihren dreidimensionalen Objekten!

Rating: 5.0/5. From 1 vote.
Please wait...
Mit der Welt teilen

Click Here to Leave a Comment Below